heizHaus Architektur.Stadtplanung

Flash Plugin herunterladen

Baugemeinschaft b33

Gemeinsam Bauen und Wohnen in der Dresdner Neustadt

Fakten

Aus einer spontanen Idee wurde eine dynamische Selbstnutzerinitiative, die das Baugemeinschaftsprojekt in nur 2 Jahren von der ersten Idee bis zum Einzug umsetzte.

Das Baugrundstück befindet sich im intakten städtischen Umfeld der Gründerzeitbebauung des Szeneviertels Äußere Neustadt in Dresden. Es lag nach dem Abriss der vorgründerzeitlichen Bebauung über ein Jahrzehnt brach. Ein veröffentlichtes Bauträgerprojekt mit maximaler Grundstücksausnutzung konnte in diesem Zeitraum nicht vermarktet werden.

Der Entwurf für die Baugemeinschaft b33 sieht entsprechend der Erhaltungssatzung des Sanierungsgebietes „Äußere Neustadt“ die Schließung des Blockrandes mit einem Vorderhaus sowie ein Hinterhaus in zweiter Reihe vor. Die Dichte der Bebauung wurde auch nach ökologischen und ökonomischen Parametern bestimmt. An erster Stelle rangierte die zukünftige Lebensqualität mit einem grünen Gemeinschaftshof als Herz der Baugemeinschaft. Gleichzeitig musste sich der Kostenanteil für den Grundstückserwerb im Verhältnis zu dem angestrebten kostengünstigen Wohnungsbau bewegen. Dies konnte erreicht werden, indem sich die Kosten auf viele Schultern verteilen.

Das Projekt bietet Platz für 14 Familien, einen Gemeinschaftsraum, 2 Gästezimmer und eine Werkstatt. Die städtebaulich zulässige Bebauungsdichte wurde unterschritten, so dass genug Platz für den grünen Hof an zentraler Stelle bleibt. Zudem werden die Flachdächer genutzt. Zu jeder Wohnung gehört ein privater nach Süden ausgerichteter Freiraum – als Terrasse, Balkon, Loggia oder Dachterrasse. Zusätzlich gibt es eine Gemeinschaftsdachterrasse.

Die Wohnungen wurden auf einem vorgegebenen Konstruktionsraster mit einer Achsbreite von 5,60 m individuell entwickelt. Die Grundrisse basieren auf einem großzügigen offenen Raumkonzept für die zentralen Bereiche Wohnen und Essen sowie individuellen Rückzugsbereichen. Dabei sind extrem unterschiedliche Wohnungen entstanden: von der Etagenwohnung hin bis Maisonettewohnungen über 2, 3 oder sogar 4 Geschosse. Dabei kam die Verteilung der Wohnungen im Projekt – die zu einem sehr frühen Zeitpunkt noch vor dem Grundstückskauf erfolgte – ohne regulierende Hilfsmittel wie z. B. einen Lagefaktor aus.

Es entstanden schlichte, zeitgemäße Wohngebäude. Dabei wurden Gestaltungselemente der benachbarten Gründerzeit – wie z. B. das abgesetzte Sockelgeschoss an der Straße, das Mansardgeschoss, die aufrechten Fensterformate oder die  Fenstergewände – aufgegriffen und uminterpretiert. Auf der nördlichen Hofseite werden die Fassaden stark von der außenliegenden Laubengangerschließung geprägt, die einen zusätzlichen halböffentlichen Filter zwischen den privaten und gemeinschaftlichen Lebensräumen bildet.

Der Prozesscharakter des Baugemeinschaftsprojektes b33 kann in drei thematischen Schwerpunkten umrissen werden:

1. Gemeinsam Planen, Bauen und Wohnen Dieser Slogan war zusammen mit einer perspektivischen Handskizze lange Zeit die Basis für die Entstehung des Projektes und die Findung der Baugemeinschaft. Von Beginn an wurden alle Entscheidungen der Bauherren basisdemokratisch getroffen. Der Planungsprozess wurde neben den notwendigen organisatorischen Versammlungen durch mehrere inhaltliche Workshops mit Bauherren und Architekten – einer davon extra für alle beteiligten Kinder – und die kontinuierliche Auseinandersetzung in thematischen Arbeitsgruppen begleitet. Der entstandene Gemeinschaftssinn überträgt sich auf das „zusammen Leben".

2. Kostengünstig Bauen Alle projektbeteiligten Selbstnutzer/innen waren mehr oder weniger darauf angewiesen, dass die Ideen kostengünstig umgesetzt werden. Dafür wurden gesonderte Strategien entwickelt. Zum einen wurden gemeinsame Standards für möglichst kostengünstige strukturelle Entscheidungen sowie für einfache Oberflächen und Ausstattungen entwickelt. Außerdem wurden industrielle Halbzeuge oder Materialien ohne Oberflächenveredlung eingesetzt: z. B. Sichtbetondecken (Filigrandecken) oder Sichtestrich.
3. Energieeffizient Leben
Gleichberechtigt neben dem Anspruch an ein kostengünstiges Bauen wurde die Nachhaltigkeit der Neubauten vor allem bzgl. des Energieverbrauches aber auch hinsichtlich der Recyclebarkeit von Materialien betrachtet. Nach einer mehrstufigen Wirtschaftlichkeitsuntersuchung grundverschiedener Konzepte auf Basis unterschiedlicher Primärenergieträger wurde schließlich der Anspruch an den Passivhausstandard definiert und nach dem Passivhausplanungshandbuch des Passivhausinstitutes Darmstadt umgesetzt. Dazu wurden die Gebäudehülle entsprechend gedämmt, eine Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung und eine Solarthermieanlage installiert. Der Restwärmebedarf wird über die Dresdner Fernwärme aus Kraft-Wärmekopplung gedeckt.


Vorderhaus b33 auf www.passivhausprojekte.de
Hinterhaus b33 auf www.passivhausprojekte.de

http://blog.baugemeinschaft-b33.de/

b33 ::: im Fernsehen


Probewohnen im Passivhaus? Gästezimmer in der b33 mieten !

Ort Böhmische Straße 33 / 01099 Dresden
Zeit 2007-2008
Auftraggeber Baugemeinschaft b33 GbR mbH
Leistungsbild HOAI § 15, LP 1-8
Preis dena-Effizienshaus, Finalist
ÜbersichtProjektübersicht